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Ukraine light Urlaub 2014
Kleine Motorradreise:
Frankfurt (Main) – Zakopane – Lemberg – Linz (A) Frankfurt (Main)

Prolog

Ende August 2014: Ruedi und ich haben eine Woche frei. Arbeitgeber und Freundin haben uns freigegeben. Da Ruedi weder Tschechien, Slowakei noch Polen kennt erst mal grob Richtung Osten geplant. Also Motos (Ruedi 1190 KTM Adventure, ich Zupin-Husqvarna
Nuda 900 RR) gepackt und ab Richtung Osten. Die Adventure ist schnell gepackt, hat ja schließlich das volle Gepäcksystem. Meine Nuda RR ist allerdings genauso schnell gepackt: Alles in eine große Gepäckrolle gestopft, diese auf den Rücken geschnallt und los kann es gehen.

Ruedi reist Freitag schon bei mir an, einige Begrüßungsgetränke und morgens, wie gewohnt, mit leicht dröhnendem Schädel los.

Tag 1:

Das Wetter ist gut. Zunächst geht es auf die AB bis kurz vor Bamberg. Dann zwingt mich die RR mit ihrem kleinen zum Tanken. Gut, dann können wir die AB auch verlassen. Über schöne, kurvenreiche Landstraßen geht es durch die Fränkische Schweiz. Besonders schön - das Aufseßtal und Pottenstein. Wir sind schlicht begeistert. Dann geht es über's Vogtland ins Erzgebirge. Auch hier: Fahrspaß pur. Nuda und Adventure bekommen ihren angestammten Auslauf und uns treibt es das Grinsen ins Gesicht. In Olbernhau endet die Fahrt für heute. Abendessen, einige Bier und alles ist gut.


Tag 2:

Die RR und die Adventure warten schon ungeduldig auf uns. Die Sonne lockt auch. Gut gestärkt steigen wir nach dem Frühstück auf unsere Motos. Die nächsten berauschenden Kilometer liegen vor uns. Über die B171 und B170 geht es zunächst bis Altenberg.
Ein wahrlich begeisternder Abschnitt.
Kurvenreich zieht sich die Straße über griffigen Asphalt bergauf, bergab. Wir kleben reichlich Gummi auf den Asphalt und besonders Ruedi, der die Gegend hier noch gar nicht kennt, bekommt das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht.
Eigentlich wollten wir hinter Altenberg schon über die Grenze nach Tschechien, aber weil es so schön ist, nehmen wir auch noch genussvoll die 174 unter die Räder und fahren über Bärenstein und Hellendorf ins Nachbarland ein.

In Tschechien bleibt es dann weiterhin schön. Wir fahren über kleine, wald- und kurvenreiche Sträßchen bis Decin. Dann geht es auf die 262, nicht mehr ganz so spannend aber immer noch schön. In Ceske Lipa dann erst mal wieder Richtung Norden und dann auf die E 442 bis Liberec. Hinter Liberec geht es weiter über Tanvald ins Riesengebirge. Hier, ein kleines Stück sogar an der noch jungen Elbe entlang, folgen wir überwiegend der 14 bis Nachod in Ostböhmen. Jetzt wieder eng, kurvenreich mit viel Wald und Flüssen. Dann ab ins tschechich-polnische Grenzgebiet. Absolut empfehlenswert. Wenig Verkehr, enge Straßen, klasse Aussicht. In Jablonne Nad Orlici Hotel gesucht, Abendessen bei einheimischen Gerstensaft, das leben kann schön sein!

Tag 3:

Heute führt unsere Tour zunächst über kleine Straßen ins Altvatergebirge.
Das fast 1500 Meter hohe Mittelgebirge glänzt mit schönen, kurvenreichen Straßen durch
eine waldreiche, grüne hügelige Gegend. Ein kleines Stück fahren wir noch durch den nordöstlichen
Teil Tschechiens, bevor wir mit dem tschechischen Teil der Doppelstadt Cesky Tesin – Cieszyn nicht nur die Grenze zu Polen überfahren, sondern auch – endlich – einfahren in die Karpaten.

Wir bleiben jetzt den Karpaten treu und fahren im Grenzgebiet Tschechien, Polen und Slowakei über herrliche Sträßchen bis Zakopane. Dabei kommt uns von gutem, griffigem Asphalt bis hin zu moosbewachsenen, dunklen Walddurchfahrten so ziemlich alles unter die Räder, was das Motorradfahrerherz erfreut. Dazu schöne, kleine Dörfer, Vieh auf den Straßen, das Wetter stimmt auch – einfach herrlich. Einzig der kleine Tank der Nuda RR sorgt kurzweilig für Stress, wir erreichen dann aber doch noch rechtzeitig eine Tankstelle. So bleibt noch genügend Reserve die Holzkirche in Binarowa, kurz vor Zakopane, zu bewundern. Wir glauben fast, versehentlich in Norwegen gelandet zu sein!


Zakopane ist eine touristisch gut erschlossene Stadt, die mit schönen Holzhäusern glänzt. Allerdings ist der Stadtkern für uns nicht zu erkennen. Macht aber nichts. Wir finden eine preiswerte Pension. Die Wirtsleute sind freundlich, sprechen auch ein wenig deutsch. Der Herr des Hauses fährt auch Motorrad, zwar „nur“ eine XV 535, aber immerhin hat er es geschafft, sich damit im Frühjahr so abzulegen, dass er jetzt noch nicht richtig laufen kann. Von der Adventure und noch mehr von der Nuda RR ist er aber restlos begeistert. Als Ruedi an seiner KTM die Kette spannen muss, stellt er uns sogar Unterstellplatz und Werkzeug zur Verfügung.

Das „Nachtleben“ hier ist aber bescheiden. Wir finden zwar schnell ein gutes und preiswertes Restaurant, doch als wir nach dem Essen noch ein weiteres Bier bestellen wollen, erklärt man uns, dass jetzt Feierabend sei. Es gibt weder Nachtisch noch Getränke, wir dürfen bezahlen und trollen uns dann zurück in unsere Pension.

Tag 4:

Frühstück war leider nicht inbegriffen. Also gleich los. Das Wetter ist auch nicht mehr wirklich gut, es ist recht kühl, über den Bergen liegt dichter Nebel. Wir werden noch mit Tipps für die nächsten Kilometer versorgt. Dann geht es los. Wir fahren immer am Rande des Tatra – Nationalparks hinauf in das gleichnamige Gebirge. Die Motoren brüllen und trotz des neblig-kalten Wetters genießen wir die Kurven und Pässe auf dem Weg von Polen in die Slowakei. Irgendwo, in einem kleinen Dorf auf der slowakischen Seite finden wir dann auch ein geöffnetes Restaurant und schmeißen unser Frühstück ein.

Danach ist das Wetter auch wieder besser. Wir fahren heute überwiegend kleine Straßen im polnisch-slowakischen Grenzgebiet. Es geht durch die Hohe Tatra kurvenreich durch lichten Wald und wilde Berge. Vorbei an einem Stausee bei Zamek (kommt hier etwa die Suppe her??) folgen wir im weiteren mehr oder weniger den Flüssen Dunajec und Poprad, überqueren dabei wieder die Grenze zur Slowakei.

In Muszyna verlassen wir dann den Poprad und fahren über die 971 / 981 genussvoll weiter bis Grybów. Dann geht es auf der 28 bis Gorlice. In Gorlice biegen wir auf die 993. Die letzten Kilometer waren nicht ganz so schön doch jetzt sind wir wieder auf kleinen Straßen durch kleine Dörfer unterwegs. In Iwla biegen wir auf eine namenlose Landstraße ab. Die Gegend wird noch einsamer. Irgendwo erreichen wir die 897, wo uns ein recht starker Wind entgegenweht. In Cisna biegen wir ab auf die 893. Der Wind hat glücklicherweise wieder nachgelassen.

Jetzt folgt ein weiteres Highlight. Kurvenreich zieht sich die schmale Straße durch die Landschaft bis Lesko. Dann geht es genauso schön weiter an einigen Stauseen vorbei über die 895 / 894 bis Czarna. und dann weiter auf die 896 Richtung Norden bis Ustrzyki Dolne. Hier endet diese wunderbare Straße. Da wir uns schon vorher bei einer Fotopause darauf verständigt hatten, auch in die Ukraine einzufahren, falls die Grenze offen ist, fahren wir, immer noch auf kurvenreicher und schöner Strecke Richtung Osten. In Kruscienko schnell noch getankt, dann erreichen wir den Grenzübergang. Die Grenze ist offen, wir fahren an der wartenden Autokolonne vorbei, werden aber von den Grenzbeamten wieder zurück in die Reihe geschickt – nanu, das bin ich ja so gar nicht gewohnt.

Aber die Einreise geht trotzdem halbwegs zügig über die Bühne, nach so etwa 30 – 40 Minuten haben wir es geschafft, wir sind in der Ukraine. Jetzt wird die Straße hundsmiserabel. Loch an Loch, teils sehr tief, für Ruedi mit der schweren Adventure und den 19-zöllern schon recht schwierig.

Ich bin mit der Nuda RR hier deutlich im Vorteil. Hinweisschilder sind Mangelware. Da wir nicht genau wissen, wo wir hin wollen, hilft das Navi auch nicht wirklich. So eiern wir durch die Dörfer, bis wir irgendwann eine größere Straße und dann auch Lemberg erreichen. Mittlerweile ist es bereits dunkel. Wir irren noch etwas durch die Stadt, finden dann aber doch ein Hotel mit Garage direkt im Stadtpark. Einchecken ist auch etwas schwierig, die Conferencier spricht weder deutsch noch englisch.

Mit Zeichensprache und gutem Willen kommen wir doch noch zu Zimmer und Garage, dann ab
in die Stadt. Hier finden wir nach kurzem Spaziergang zuerst einen Geldautomaten und dann auch schnell ein kleines Restaurant, ausschließlich von jungen Leuten besucht. Die zwei Damen hinter der Theke verstehen etwas Englisch und sind sehr an unserer Reise interessiert. Es entwickelt sich ein interessantes Gespräch, wir werden satt und Bier gibt es auch. Es wird ein richtig netter Abend. Doch irgendwann fallen wir müde ins Bett. Das war heute ein sehr interessanter Tag mit bleibenden Eindrücken.


Tag 5:

Auch heute fällt das Frühstück aus. Dafür hat teils heftiger Regen eingesetzt und die Kette an der Adventure ist schon wieder gelängt – ist wohl langsam hinüber. Wir cruisen erst mal raus aus Lemberg, spannen die Kette nochmal im Regen am Straßenrand. Dann verlassen wir Lemberg Richtung Südwest auf der N13. Die Straße ist hier genauso schlecht, wie die Straßen gestern. Schlagloch an Schlagloch, eines tiefer als das nächste, dazu der Regen. Wir bewegen uns überwiegend langsam hauptsächlich im 2. Gang. Trotzdem reicht es noch aus, um den ein oder anderen PKW zu überholen. Ein Ukrainer will dass aber wohl nicht auf sich sitzen lassen. Kaum sind wir an ihm vorbei, lässt er seinen alten Kombi aufheulen und 'jagt' an uns vorbei, teilweise mit allen Rädern in der Luft und mit lautem Krachen bei der 'Landung'. Na, ob das gut geht? Wir fahren jedenfalls ungerührt weiter und lassen uns nicht treiben. Es geht kurvenreich bergan. Wir durchfahren nur wenige einsame Dörfer. In einem davon ist ein Bus von der Straße abgekommen. Er hängt jetzt mit der Schnauze in einem Häuschen, die Leute rundherum sind alle sehr aufgeregt.

Der Regen nimmt eher noch zu, die Straße wird noch einsamer. Irgendwann sind wir über einen Pass gefahren. Die Beschilderung ist für uns nicht wirklich lesbar – aber mir scheint es so, als wenn die Straße, vielleicht zeitweise, gesperrt ist. Auch davon lassen wir uns nicht irritieren. Mich irritiert vielmehr das Fehlen von Dörfern und Infrastruktur, da mein kleiner 13-Liter-Tank doch jetzt bald trocken laufen müsste.

Gut dass wir hier nur sehr ruhig fahren können. Die Gegend ist einfach herrlich. Nur schade, dass wir sie auf Grund der schlechten Straße und des heftigen Regens nicht richtig genießen können. Irgendwann erreichen wir den Fluß Uzh, der sich eindrucksvoll durch die Berge schlängelt. Allerdings ist die Straße oft komplett überflutet. Es ist dann, als würden wir durch einen breiten Fluss fahren. Nach eingen Kilometern kommen endlich auch wieder mehrere Dörfer und dann, laut Nuda-Tacho, nach gut 280 Kilometern auch eine kleine Stadt mit Tankstelle. Dem Logo nach akzeptiert diese auch Mastercard, beim Bezahlen verweigert der Automat aber die Annahme unserer Karten. Ein Bankautomat ist auch nicht in der Nähe, so tauschen wir bei einem anderen Kunden 50 Euro gegen die Tankrechnung – ein teures Tanken. Aber was nutzt es, laut Anzeige an der Tanksäule waren im Nuda Tank nur noch 0,2 Liter des edlen Saftes.
Nur wenige Kilometer weiter erreichen wir den Grenzübergang in die Slowakei. Ausreise auch wieder problemlos, Wartezeit max. 30 Minuten.


In Ubla biegen wir ab auf die 566 und fahren, wieder
durch schönste Landschaft, fast parallel zur ukrainischen Grenze bis Velke Kapusany. Dann geht es, nun fast parallel zur ungarischen Grenze über die 552. Hier ist es eher flach. Jetzt hört es auch auf zu regnen, bald scheint die Sonne wieder, schön. Bei Kosice steigen wir wieder ein in die Westkarpaten. Hier auch slowakisches Erzgebirge genannt. Eine typische Mittelgebirgslandschaft. Einsame, kleine Straßen durch eine wilde baumbestandene Berglandschaft. Schließlich machen wir in Helcmanovce in einem kleine, sehr guten Hotel Schluss. Gutes Essen und der obligatorische Gerstensaft beschließen auch heute wieder einen großartigen Fahrtag.

Tag 6:

Frühstück ist gut, die Sonne scheint, schöner Start. Zumal die Strecke weiter sehr schön ist. Wir bleiben bis Zimna Dolina auf der 546, um dann noch schöner auf der 533 bis Dobsina durch dieses slowakische Erzgebirge zu fahren.
Die 533 – allererste Sahne! In Dobsina stoßen wir dann auf die 67. Jetzt geht es etwas ruhiger weiter. Bereits bei Henckovce verlasen wir die gut ausgebaute 67 wieder und biegen auf die 587. Dies ist wieder deutlich ruhiger und etwas kurvenreicher. Bei Stitnik biegen wir auf die 526, die uns nicht mehr ganz so spektakulär durch's Gebirge führt. So erreichen wir über Krivan das Dorf Stara Huta, wo wir auf die 591 und dann bei Slatinske Lazy auf die 527020 abbiegen. Bei Lazteky geht es dann auf die 527, der wir bis Velky Krtis folgen. Hier verlassen wir auch die Karpaten und tauchen ein in die Donauebene.

Wir fahren auf der 75 weiter bis Dvory Nad Zitavou, und dann auf den Hauptstraßen bis Komarno. In Komarno überqueren wir mit der Donau auch die Grenze zu Ungarn.

Wir folgen in Ungarn ein ganzes Stück der 1 bis wir in Gyor auf die 85 biegen. Hier in Ungarn lassen wir die Motos richtig fliegen – gut dass zwischendurch keine Uniformierten standen – das wäre teuer geworden. Bei Fertöszentmiklos verlassen wir die 85 und fahren auf kleinsten Sträßchen bis zur Grenze nach Österreich. Der Grenzübergang vollzieht sich fast unbemerkt über eine Straße, die bei uns vermutlich als Wirtschaftsweg deklariert würde. In Strebersdorf endet unsere heutige Fahrt. Hier in Ruedis Geburtsort finden wir bei Verwandten Unterschlupf und beenden den Abend in angenehmer Gesellschaft.

Tag 7:

Die Abfahrt verzögert sich heute etwas, es sind halt einige „Abschiede“ zu absolvieren. Gegen Mittag kommen wir bei bestem Wetter wieder los. In Oberpullendorf geht es ein Stück auf die B50, bevor es über die B56 durch den Lockenhauser Wald und den Naturpark Geschriebenstein geht. Herrlich geschwungene Kurven versüßen den Auftakt der Fahrt. Leider fotografiert uns heimlich ein Mitglied des „Austria-Trachtenvereins“, das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen, von daher kann ich auch noch keine Details nennen.

Wir fahren über Rechnitz, Oberwart und Hartberg zügig, aber recht langweilig bis Pölau. Dann geht es wieder bergauf über kleine Landstraßen über Birkfeld, Stralleg, Ratten bis Semmering. Hier folgt noch ein herrliches Stück Straße durch Breitenstein, Prein bis Kapellen bevor wir der B23 bis Mürzsteg folgen. Hier geht es wieder auf eine kleine Landstraße bis Wegscheid. Weiter auf der B20 bis Gusswerk und dann auf die B24 immer dem Fluss Salza folgend kurvenreich bis Palfau.

Weiter über Bundesstraßen bis Hieflau. In Hieflau fahren wir auf die B146 und durch den Nationalpark Gesäuse. So geht es zügig und schön immer am Fluss Enns lang bis Weng, wo wir Richtung Norden auf die B117 biegen. In Altenmarkt bei St. Gallen stoßen wir wieder auf die Enns, dem wir bis Weyer auf der B115 folgen. Noch ein kleines Stück nehmen kleinste Landstraßen, bis wir, über St. Georgen in der Klaus, bei Au auf die B121 fahren. Da die Zeit knapp wird, rollen wir jetzt sehr zügig über die B121 um dann in Amstetten auf die verhasste AB (A1) zu biegen. A1 und A7 bringen uns gewünscht schnell bis Linz. Endlich wieder runter von der AB, die Fahrt bis hier war auch schon grenzwertig. Aber was soll's, uns läuft schließlich die Zeit davon.

Über die B126, die durchaus ein paar schöne Abschnitte hat, rollen wir der tschechischen Grenze entgegen. Leider fängt es bald an leicht zu regnen, die Dämmerung setzt kurz hinter der Grenze dann auch ein. Wir fahren über die 161 und 163 durch einen schönen Wald bis zum Lipno-Stausee. Der ist mit einer Länge von 42 Kilometern und einer Gesamtfläche von 4650 ha Tschechiens größter See. Wir finden ein gutes Hotel, direkt am Seeufer, Essen gibt es auch noch und bei ein paar Gläsern des heimischen vergorenen Gerstensaftes lassen wir den letzten gemeinsamen Abend ausklingen.

Tag 8:

Morgens regnet es immer noch, zum Teil sogar heftig. Also direkt die Regenklamotten überziehen und los. Bis Cerna V Posumavi rollen wir noch gemeinsam. In einem kleinen Restaurant noch einen gemeinsamen Kaffee, dann rollt Ruedi auf seiner Adventure Richtung Schweiz, während es mich Richtung Frankfurt zieht. Schade, es war eine intensive, schöne Woche mit bleibenden Eindrücken.

Ich rolle über die 39 immer am Sumava-Nationalpark (Sumava = Böhmerwald) entlang bis ich kurz vor Horni Vltavice auf die 4 fahre. Dieser folge ich ein Stück Richtung Norden, bevor es Richtung Westen auf die 145 geht. Der Regen hat aufgehört, die Sonne scheint wieder am Himmel. Die 145 führt mich bis Annin, dann geht es auf der 169 und 187 weiter durch den Böhmerwald. Susice, Hradek oder Kolinec heißen die Städtchen, die ich durchfahre. Dann geht es, teils über Bundesstraßen, teils über schöne, kleine Landstraßen über Klatovy, Dolany, Lucice, Horsovsky Tyn und Bela Nad Radbuzou nach Deutschland.

Ich beschließe, entgegen meiner ursprünglichen Planung, heute keine AB mehr zu fahren. Es läuft gut, die Sonne scheint und das Wetter meint es auch gut mit mir. Pausen gibt es nur noch zum Tanken, also, was soll's! Landstraßen und natürlich auch Bundesstraßen bringen mich über Eslarn, Moosbach, Vohenstrauß, Letzau bis Weiden. Von Weiden aus folge ich der B470 über Michelfeld, bis ich wieder in Pottenstein (Fränkische Schweiz) ankomme. Hier schließt sich jetzt sozusagen der Kreis. Die kleinen Sträßchen locken vernehmlich. So kurve ich auf kleinsten Sträßchen über Siegmannsbrunn, Behringersmühle, die Wisent entlang bis Rabeneck, weiter über Saugendorf, Gössmannsberg, Siegritz, Burggrub, Zeegendorf und Geisfeld bis Bamberg. Hier hat die wilde Kurvenhatz dann endlich Ruhe. Ich fahre zwar zunächst noch weiter über kleine Lanstraßen, aber der Kurvenrausch ist hier vorbei. Über Steinsdorf, Falsbrunn, Rauhenebrach und Dingolshausen geht es in Gerolzhofen auf die B286 und bei Schweinfurt auf die B26 bis Karlstadt. Hier kürze ich noch mal ab und genieße die Fahrt auf kleinen Sträßchen über Wiesenfeld bis Lohr am Main. Jetzt wird es langsam heimisch. Ich unterbreche die Fahrt über Bundesstraßen noch kurz in Hösbach, wo ich über Mömbris und Michelbach noch mal kleine, schöne Straßen wähle. Über Hanau und Nidderau erreiche ich dann endgültig mein Zuhause.

Schlussbemerkung:

Es war eine schöne, erlebnisreiche Fahrt. Besonders die Menschen in der Westukraine haben uns beeindruckt, genauso wie die Straßenverhältnisse in der Ukraine. Mangelnde Infrastruktur und Armut sind überall präsent. Dafür hat (fast) jedes Dorf eine herrlich verzierte, gut erhaltene Kirche. Auch die Slowakei und Südpolen sind eine Reise wert. Hier sind die Menschen ebenfalls sehr freundlich und auch die Infrastruktur ist überwiegend gut.

 



 

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